Seit 1995 fordert der Europaische Gesetzgeber den Einbau von automatischen
Gestängestellern für alle Fahrzeuge mit Trommelbremsen über 3,5t. Aufbauend
auf die 1971 verabschiedete EG Richtlinie 71/320/EWG, tritt mit der
EG Richtlinie 91/422/EEC eine weitere in Kraft, die seitens der Mitgliedsstaaten
in ihre jeweilige nationale Gesetzgebung umgesetzt wurde. Dies hat zur Folge,
dass den Fahrzeugen, die noch mit manuellen oder nicht mehr funktionsfähigen
automatischen Gestängestellern ausgerüstet sind, bei den gesetzlich
vorgeschriebenen Untersuchungen nach § 29 oder bei den Sonderprüfungen,
die nötige Plakette beziehungsweise Prüfmarke verweigert wird. Der Gesetzgeber
schreibt Prüfungen für Busse in Dreimonatsintervallen, für LKW und Anhänger
alle sechs Monate vor. Darüber hinaus gelten grundsätzlich die Wartungs-
vorschriften der Hersteller.
Bremsbeläge und Bremstrommeln verschleißen im Laufe ihrer Einsatzzeit.
Je weiter sich die Materialdicke abnutzt, desto größer wird das Lüftspiel
zwischen Belag und Trommel. Die Bremsnockenwelle muss sich dann
entsprechend weiter drehen, um die benötigte Bremswirkung zu erreichen.
Demzufolge verlängert sich bei manuellen Gestängestellern die Ansprechzeit
der Bremse, das heißt, der Zeitraum zwischen der Betätigung des Bremspedals
und dem Anliegen der Bremsbacken an die Bremstrommeln vergrößert sich.
Automatische Gestängesteller sind wahre Alleskönner bei Trommelbremsen;
sie gleichen das durch den Verschleiß größer werdende Lüftspiel auch unter
extremen Temperaturbedingungen selbsttätig aus. Wird ein definierter Grenzwert
beim Lüftspiel überschritten, erfolgt entsprechend eine automatische Nachstellung.
Gestängesteller von febi bilstein arbeiten dabei nach dem Spielraumprinzip,
das ursprünglich von Haldex entwickelt und patentiert wurde (Abb. 1).
Im Gegensatz zu herkömmlichen automatischen Gestängestellern, die
ausschließlich den Hub abtasten und nicht nach dem Spielraumprinzip arbeiten,
ist ein wärmebedingtes Festsetzen der Bremse beim automatischen
Gestängesteller von febi nahezu ausgeschlossen.
Aus der Aufgabe der Gestängesteller, den Bremsvorgang automatisch
zu regulieren, ergeben sich zwangsläufig hohe Qualitätsanforderungen
an diese Teile. Schneckenwelle und Rutschkupplung sind dabei die am
meisten belasteten Komponenten beim Gestängesteller (s. Abb. 2).
Im automatischen Gestängesteller von febi bilstein wurden Stahlbuchsen
im Montagebereich für die Kolbenstange des Bremszylinders eingesetzt,
die einen frühzeitigen Verschleiß verhindern und somit die Lebensdauer
des automatischen Gestängestellers verlängern.
Praxis-Tipp
Der automatische Gestängesteller muss sofort ausgewechselt werden,
wenn einer oder mehrere der folgenden drei Fälle auftreten:
Bei der Neumontage eines Gestängestellers gilt es, die umliegenden
Bauteile auf eventuelle Mängel hin zu untersuchen:
Vom Bund zertifiziert - für Ihre Sicherheit
Das gesamte Produktprogramm der febi Gestängesteller ist vom
Kraftfahrt-Bundesamt, kurz KBA genannt, zertifiziert und wird mit 2 Jahren
Garantie ausgeliefert. Damit erfüllen diese febi Ersatzteile die Anforderungen
des nationalen und internationalen Straßenverkehrsrechts. Außerdem ist
diese Zertifizierung ein Gütesiegel gleichbleibend hoher Qualität.
Mit mehr als 50 Artikeln deckt febi den Bedarf an Verschleißteilen im Bereich
der Gestängesteller für einen Großteil der europäischen NKW Herstellermarken
ab. Diese Artikelgruppe beinhaltet Gestängesteller in drei Bauarten. Neben den
manuellen und automatischen Gestängestellern bietet febi auch die neueste
Generation der selbsteinstellenden automatischen Gestängesteller an.
Durch die optimierte Bauweise entfällt bei diesen die bis dahin zeitintensive
Grundeinstellung mit Hilfe des Steuerarms. Das bedeutet eine Zeitersparnis
von ca. 25 % bei der Montage. Eine weitere Fehlerquelle, die beim Lösen
zum Abbrechen der Verschraubung am Steuerarm führte, wurde zusätzlich
ausgeschlossen.
Durch verbesserte Gehäusebeschaffenheit und Abdichtungen ist die neue
Generation der Gestängesteller wartungsarmer und langlebiger. Falls
erforderlich können die febi Gestängesteller wie gewohnt über einen
Schmiernippel im Gehäuse, der auch bei der neuen Generation nicht
eingespart wurde, gewartet werden.
Typische Verschleißteile sowie Fehlerquellen bei Gestängestellern wurden
von febi unter die Lupe genommen und Schwachstellen aufgedeckt.
Diese Erkenntnisse flossen in die Entwicklung der neuen Generation
ein, so konnte zum Beispiel durch eine Lagerbuchse in der Aufnahme
für den Bremszylinder der Verschleiß an dieser Stelle minimiert werden.
Höchste Qualitätsansprüche an Güte und Passform sämtlicher mechanischer
Teile ergeben einen optimalen Schutz vor Eindringen von Wasser und
Schmutz und somit eine höchstmögliche Standzeit.
Die Gestängesteller werden zusammen mit den febi Infos und detaillierten
Einbauanweisungen für verbauende Werkstätten geliefert.